BitcoinWorld
Senat macht Weg frei für Abstimmung über CLARITY Act im September, aber Krypto-Kompromiss bleibt schwer fassbar
Der US-Senat hat einen verfahrenstechnischen Schritt unternommen, der zu einer Abstimmung im Plenum über den CLARITY Act führen könnte, einen lang erwarteten Gesetzentwurf zur Schaffung eines bundesweiten Rahmens für Kryptowährungsmärkte. Der republikanische Mehrheitsführer im Senat, John Thune, beantragte die Beendigung der Debatte (Cloture) über einen Antrag auf Fortführung des Verfahrens und bereitete damit die Bühne für die erste formelle Abstimmung der Kammer über die Gesetzgebung vor, wenn die Gesetzgeber im September aus der August-Pause zurückkehren.
Was der Cloture-Antrag bedeutet
Cloture ist ein parlamentarisches Instrument, das die Debatte begrenzt und eine Abstimmung darüber erzwingt, ob ein Gesetzentwurf angenommen werden soll. Im Senat mit 100 Sitzen erfordert die Anwendung der Cloture 60 Stimmen, was bedeutet, dass die Republikaner mindestens 10 demokratische Senatoren benötigen, die sich ihnen anschließen, damit der Antrag Erfolg hat. Wenn der Antrag angenommen wird, kann der Senat zur vollständigen Debatte über den CLARITY Act und schließlich zu einer endgültigen Abstimmung übergehen.
Thunes Schritt signalisiert, dass die republikanische Führung entschlossen ist, den Gesetzentwurf voranzutreiben, der sich seit Monaten in der Entwicklung befindet. Der Weg zu 60 Stimmen bleibt jedoch ungewiss, da wichtige Meinungsverschiedenheiten zwischen den Parteien noch nicht gelöst sind.
Parteipolitische Meinungsverschiedenheiten über Schlüsselbestimmungen bleiben bestehen
Einem Bericht von CoinDesk zufolge sind sich die beiden Parteien in mehreren kritischen Aspekten der Gesetzgebung noch uneinig. Dazu gehören Maßnahmen zur Bekämpfung illegaler Finanzierung, deren Verschärfung die Demokraten gefordert haben, sowie Entschädigungsbestimmungen für Stablecoin-Emittenten. Ein weiterer Knackpunkt sind Beschränkungen für hochrangige Amtsträger – einschließlich Präsident Donald Trump –, sich an krypto-bezogenen Geschäftsaktivitäten zu beteiligen.
Diese ungelösten Fragen verhinderten, dass der Gesetzentwurf vor der August-Pause ins Plenum eingebracht wurde. Die Unterhändler haben die Gespräche während der Pause fortgesetzt, und Fortschritte könnten den Weg für Maßnahmen im September ebnen. Umgekehrt könnte ein Scheitern bei der Überbrückung der Kluft eine Abstimmung ins Jahr 2026 verschieben, was die Aussichten des Gesetzentwurfs in einem Wahljahr verkomplizieren würde.
Warum dies für die Krypto-Branche wichtig ist
Der CLARITY Act gilt als eines der bedeutendsten krypto-bezogenen Gesetzesvorhaben der letzten Jahre, da er klären würde, ob digitale Vermögenswerte Wertpapiere oder Rohstoffe sind, und die Regulierungsbefugnis entsprechend zuweisen würde. Für Börsen, Emittenten und Investoren könnte eine solche Klarheit die rechtliche Unsicherheit verringern und die Tür für eine breitere Akzeptanz öffnen. Eine Abstimmung im Senat, selbst wenn sie erfolglos bleibt, würde ein klares Signal geben, wo die Gesetzgeber stehen und welche Kompromisse notwendig sein könnten.
Wie es im Gesetzgebungsprozess weitergeht
Wenn der Cloture-Antrag angenommen wird, wird der Senat mit der Debatte über den Gesetzentwurf fortfahren, in der die Senatoren Änderungsanträge vorschlagen können. Diese Phase könnte je nach Grad der Uneinigkeit Tage oder Wochen dauern. Eine endgültige Abstimmung würde dann eine einfache Mehrheit erfordern, aber die anfängliche 60-Stimmen-Hürde bleibt das Haupthindernis.



